Zuletzt aktualisiert: 15. April 2021

Muskelschmerzen und -krämpfe, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmungen oder Herzrhythmusstörungen – du fühlst dich angesprochen und möchtest wissen, was dahinter steckt? Die Ursache könnte in einem Mangel an Magnesium liegen.

Dies ist heutzutage keine Seltenheit mehr. In Ernährungsstudien fand man heraus, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland unter einem Magnesiummangel leiden.

Im folgenden Artikel zeigen wir dir mögliche Ursachen eines Mangels an Magnesium und welche Symptome damit oft zusammenhängen. Außerdem erfährst du wertvolle Tipps und Möglichkeiten, wie du einen Mangel beheben kannst oder es schaffst, eine normale und gesunde Magnesiumzufuhr zu gewährleisten.




Das Wichtigste in Kürze

  • Magnesium dient als Aktivator von Enzymen und Ionenpumpen und ist notwendig für viele energieliefernden und -verbrauchenden Reaktionen im Körper. Außerdem beeinflusst Magnesium die Kontraktilität der Muskulatur.
  • Es gibt viele Symptome, die auf einen Magnesiummangel hindeuten können. Das am meisten bekannteste sind die Schmerzen und Krämpfen von Muskeln.
  • Einen Magnesiummangel zu lösen kann auch durch verschiedene Möglichkeiten erfolgen. Der natürlichste Weg ist die Anpassung der Ernährung mit magnesiumreichen Lebensmitteln, aber auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel und Präparaten ist denkbar.

Definition: Was ist Magnesium?

Magnesium gilt als Mineralstoff und Mengenelement, das mit bis zu 25g im menschlichen Körper zu finden ist.

Ein gesunder Körper enthält 25g reines Magnesium.

Der Name Magnesium stammt ursprünglich von der sogenannten Halbinsel Magnesia ab (16). Es ist ein Nährstoff, der vor allem durch die richtige Ernährung in den menschlichen Körper gelangt und für diesen essenziell wichtig ist. Vertreten ist Magnesium in fast allen Zellen des Körpers, besonders auch in den Zähnen (17).

Magnesium wird im Dünndarm absorbiert, 35 Prozent findet man in der Muskulatur des Skeletts wieder, 60 Prozent im knöchernen Skelett und nur 1 Prozent im extrazellulären Raum. Falls sich dort zu viel Magnesium ansammelt, wird es bei gesunden Menschen über die Niere wieder ausgeschieden (9).

Hintergründe: Was du über Magnesiummangel wissen solltest

Zunächst ist es wichtig, die Hintergrundinformationen zum Thema Magnesium und Magnesiummangel zu wissen, um zum Beispiel festzustellen, ob die eigenen Symptome überhaupt auf einen Mangel an Magnesium hinweisen, oder ob es sich um was ganz anderes handelt. Danach folgen die Ansätze, um den Mangel zu lösen.

Die häufig gestellten Fragen und Antworten findest du in den nachfolgenden Absätzen.

Welche Aufgaben übernimmt Magnesium im Körper?

Magnesium dient im Körper als Aktivator von Enzymen und Ionenpumpen für das Membranpotenzial der Herzmuskelzelle. Das bedeutet, es dient als wichtiger Faktor bei den elektrischen Vorgängen der Herzzelle (2).

Magnesium besitzt unterschiedliche Eigenschaften wie Calcium-Antagonismus und Erregungshemmung, welche wichtig sind für die Behandlung von beispielsweise Herzrhythmusstörungen (2).

Außerdem ist Magnesium notwendig für eine Menge an energieliefernden und -verbrauchenden Reaktionen im Körper und ist nicht nur für das Herz-Kreislauf-System von hoher Bedeutung, sondern auch für den Glukose-, Energie- und Knochenstoffwechsel.

Durch einen Magnesiummangel kommt es zu einer Zunahme der Permeabilität, also der Durchlässigkeit der Zellmembranen für Natrium-, Kalium- und Kalziumionen. Dies führt automatisch zu einem Kalziumanstieg innerhalb der Zellen, somit dient Magnesium auch als physiologischer Kalziumantagonist (9).

Des Weiteren beeinflusst Magnesium die Kontraktilität (= Fähigkeit von Geweben und Organen, sich zusammenziehen (10)) der Muskulatur und hilft mit bei der Erhaltung der Funktionen der Zellmembran (11).

Wie hoch ist der tägliche Magnesiumbedarf?

Es ist wichtig, täglich eine bestimmte Menge Magnesium zu sich zu nehmen. Dies kann entweder durch die Ernährung stattfinden, oder, sofern ein Mangel besteht, durch Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten ermöglicht werden. Außerdem unterscheidet sich der Tagesbedarf noch je nach Geschlecht, Alter und Besonderheiten wie eine Schwangerschaft, ein Sportler, etc.

Eine Konzentration von über 0,80 mmol/L ist optimal.

Spätling (2000) beschreibt den optimalen Serummagnesiumspiegel bei über 0,80 mmol/L. Dies unterscheidet sich leicht von dem bisher angenommenen Referenzbereich von 07,0 – 1,10 mmol/L.

Er fand heraus, dass das kardiovaskuläre Risiko bei einer Konzentration des Magnesiums unter 0,80 mmol/L, was aber eigentlich noch im angenommenen Referenzbereich liegen müsste, schon ansteigt (5, 6, 7). Eine Grenze nach oben ergibt sich nicht aus den Studien.

Die tägliche Zufuhr, die ein Mensch zu sich nehmen sollte, unterscheidet sich je nach Alter. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Tagesbedarf deutlich niedriger, ab 24 Jahren bleibt er bis ins hohe Alter gleich. Außerdem gibt es eine Trennung zwischen Männern und Frauen, was die empfohlene Tagesdosis betrifft.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Menge an Magnesium pro Tag wird in der folgenden Tabelle beschrieben:

Alter Magnesiumzufuhr (in mg/Tag) (8)
0 – 4 Monate 24
4 -12 Monate 60
1 – 4 Jahre 80
4 – 7 Jahre 120
7 – 10 Jahre 170
10 – 13 Jahre M 230, W 250
13 – 15 Jahre 310
15 -19 Jahre M 400, W 350
19 – 24 Jahre M 400, W 310
ab 24 Jahre M 350, W 300

Zusammenfassend lässt sich sagen: das meiste Magnesium benötigt ein Körper als junger Erwachsener mit 350-400 mg pro Tag, danach pendelt es sich eine Tagesdosis von 300 – 350 mg ein (9).

Ab wann spricht man von einem Magnesiummangel?

Im Falle einer Konzentration von weniger als 0,75 mmol/L mit gleichzeitigem Vorhandensein klinischer Symptome liegt ein Magnesiummangel vor (5).

Ein Mangel besteht bei ≤ 0,75 mmol/L.

Wenn die Serummagnesiumkonzentration höher als 0,75 mmol/L ist, aber man trotz dessen klinische Symptome aufweist, liegt der Verdacht eines Magnesiummangels nahe. Dieser muss dann beispielsweise mithilfe des 24-h-Urins abgeklärt werden. Dieses enthält Ausscheidungen von Magnesium in bestimmten Mengen, welche Aufschluss darüber geben können, ob es sich um einen Mangel handelt oder nicht (5).

Wenn die Konzentration kleiner als 0,75 mmol/L oder gleich ist, man jedoch keine Symptome zeigt, so müssen weitere Untersuchungen erfolgen. Oft ist hier dann die Analyse der Albuminkonzentration oder des ionisierten Magnesiums die Grundlage für die Diagnose des Magnesiummangels (5).

Welche Ursachen können hinter einem Magnesiummangel stecken?

Oft sind die Ursachen für einen Magnesiummangel bestimmte Krankheiten. Hier können Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Malabsorptionssyndrome oder Tetanie der Grund für den Mangel darstellen (3).

Doch nicht nur Krankheiten an sich können zu einem Mangel an Magnesium führen, auch bestimmte Medikamente können die Wahrscheinlich erhöhen. Oft ist die Medikation mit Diuretika, Digitalis, Laxantien, Antibiotika, Antimykotika, Immunseppressiva, Zytostatika und Bisphosphonate ein Grund, wieso es im Körper zu einem Mangel des Mineralstoffs kommt (3).

Außerdem gibt es Fälle einer gehemmten Aufnahme des Körpers. Diese begründet sich meist in einer Achlorhydrie, einer Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren oder einer Pankreainsuffzienz, einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse. Ebenfalls problematisch für die Aufnahme von Magnesium sind Störungen des Darmes bei der Resorption und ein Laxanziengebrauch, der häufig im Alter vorliegt (9).

Eine weitere Ursache für Magnesiummangel liegt in einer problematischen, gesteigerten Ausscheidung. Dies geschieht häufig bei Personen mit chronischem Durchfall, und allgemein bei geriatrischen Patienten.

Welche Symptome treten bei Magnesiummangel auf?

Es gibt bestimmte Symptome, welche durch einen Magnesiummangel auftreten können. Sie sind aber keine Anzeichen, die sicher und nur für einen Magnesiummangel sprechen, sondern können auch für weitere Krankheitsbilder und Mängel stehen. Außerdem unterscheidet sich die Ausprägung der Symptome von jedem Menschen.

Es kann zu Symptomen im muskulär-tetanischen, zerebralen, kardiovaskulären, viszeralen und metabolischen Bereich kommen (4, 5, 6).

Falls dir eine oder mehrere Symptome bekannt vorkommen, du dir aber nicht sicher bist, ob du tatsächlich an einem Magnesiummangel leidest, ist der nächste Schritt immer der Gang zum Arzt.

Muskelschmerzen und Krämpfe

Die Symptome mit der größten Bekanntheit in der Bevölkerung bei Magnesiummangel sind Muskelschmerzen und -krämpfe. Außerdem können muskuläre Faszikulationen und Hyperreflexie durch einen Mangel an Magnesium auftreten (2).

Schlafstörungen

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem. Diese führen oft zu schlechteren Leistungen, man ist schneller gereizt, fühlt sich ausgelaugt und häufig übermüdet. Auch diese Symptome können einen Hinweis auf einen Mineralstoffmangel, in diesem Fall einen Mangel an Magnesium in deinem Körper darstellen.

Ein Magnesiummangel kann zu einer schlechteren Schlafqualität führen. (Bildquelle: pixabay / cuncon)

Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmung, schnelle Ermüdbarkeit

Weitere Begleiterscheinungen, die durch einen Mangel an Magnesium auftreten können, sind Probleme beim Konzentrieren, das ständige Gefühl von Niedergeschlagenheit und dauerhafter Müdigkeit (2). Ein allgemeines Schwächegefühl, Nervosität sowie Kopfschmerzen werden ebenfalls oft von den betroffenen Patienten genannt (16).

Herzrhythmusstörungen

Es ist bekannt, dass ein Mangel an Magnesium zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Außerdem ist es bereits bewiesen, dass durch die Einnahme von Magnesium, sei es über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, eine Verhinderung oder Beseitigung von Herzrhythmusstörungen erreicht werden kann.

Weitere Symptome, die mit dem Herz und Magnesiummangel in Zusammenhang gebracht werden können, ist eine koronare Herzkrankheit und Hypertonie, also Bluthochdruck (2)

Diese Fakten bestätigten unter anderem das American College of Cardiology, die American Heart Association und die European Society of Cardiology (1).

Kann ein Magnesiummangel im Blut festgestellt werden?

Nachdem man dem Arzt mitteilt, unter welchen Symptomen man leidet, stellt er schon eine erste Vermutung der Diagnose auf, die sich dann durch weitere Untersuchungen entweder bestätigen lässt, oder diese ausschließt.

Ein Magnesiummangel wird entweder durch eine Untersuchung des Urins, oder einer Analyse des Blutplasmas diagnostiziert. Ein Arzt kann dein Blutplasma auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente untersuchen, und somit auch einen Mangel an Magnesium problemlos feststellen.

Ein Magnesium-mangel wird entweder durch eine Untersuchung des Urins, oder einer Analyse des Blutplasmas diagnostiziert.

Aufgrund der Einfachheit wird oft eine Untersuchung des Blutplasmas vorgezogen. Da jedoch nur ein Prozent des gesamten Magnesiumgehalts in der Extrazellulärflüssigkeit vorliegt, kann das Plasma keine exakten Ergebnisse liefern. Genauere Ergebnisse sind durch einen intravenösen Magnesium-Loading-Test möglich, welcher jedoch nur in wenigen Labors verfügbar ist (15).

Mithilfe einer 24-Stunden-Urin-Untersuchung kann sogar die Ursache des Magnesiummangels festgestellt werden. Je nach ausgeschiedener Menge an Magnesium gibt es unterschiedliche Gründe.

Wenn mehr als 5 mmol/d ausgeschieden werden, handelt es sich vermutlich um renale Verluste (zum Beispiel Diuretika, Cyclosporin, tubuläre Defekte, usw.).

Bei unter 2 mmol pro Tag liegt die Ursache häufig bei einer unzureichenden Zufuhr von Magnesium. Dies ist oft der Fall bei Alkoholismus, magnesiumarmer Ernährung oder Infusionstherapie. Oder aber es liegt eine gestörte enterale Resorption vor, wie es bei Morbus Chron, Colitis ulcerosa oder einer Dünndarmresektion der Fall ist.

Kann ein Magnesiummangel gefährlich werden?

Ein sehr extremer Mangel an Magnesium kann im schlimmsten Fall durch ein Blutgerinnsel in den Gefäßen wie zum Beispiel im Herzen sogar zu einem Herzinfarkt führen (16, 17). Im Normalfall wird dieser Mangel an dem Mineralstoff Magnesium jedoch durch andere Symptome bereits vorher festgestellt, erkannt und im besten Fall behandelt.

Ein weiterer Punkt, der durch einen Mangel an Magnesium ausgelöst werden kann, ist die Verschlimmerung psychischer Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder Psychosen (16).

Wer ist besonders von einem Magnesiummangel betroffen?

Bestimmte Personengruppen müssen im Hinblick auf ihren Magnesiumspiegel vorsichtiger sein. So sind Personen, die viel Alkohol zu sich nehmen, eher von einem Magnesiummangel betroffen.

Auch der hohe Konsum von Kaffee schlägt sich negativ auf die eigene Magnesiumversorgung aus. Außerdem zählt Stress zu einem Faktor, der unter anderem auch oft zu einem Magnesiummangel führen kann.

Die meisten wissen bereits, dass vor allem Sportler oft Magnesium supplementieren. Woran liegt das? Magnesium ist unter anderem verantwortlich für die Aufnahme von Glukose in die Zelle. Dies ist besonders für Sportler von hoher Bedeutung, da eine bessere zelluläre Glukoseaufnahme zu einer Beschleunigung der Glykolyse führt (13, ).

Jogger mit roter Jacke und kurzer Hose auf Waldweg

Vor allem (Ausdauer)-Sportler sind häufig von Magnesiummangel betroffen. (Bildquelle: unsplash / Nourdine Diouane)

Sportler, die viel körperlich aktiv sind und dabei stark schwitzen, müssen mehr auf ihre Aufnahme von Magnesium achten (5). Über den Schweiß verlieren wir täglich zwischen 0,25 und 0,75 mmol/L Magnesium.

Das Vorliegen eines Magnesiummangels bei Sportlern wird auf 65 Prozent geschätzt. Studien belegen, dass eine unausgeglichene Magnesiumkonzentration die Leistungsfähigkeit von Sportlern beeinflussen kann (12).

Auch Schwangere und vor allem Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium, um das Baby bestmöglich versorgen zu können (5). Mit 310 mg pro Tag liegt die Dosis 10g höher, als bei Nichtschwangeren. Noch deutlich unterscheiden sich Stillende, die mit 390 mg empfohlene Tagesdosis die höchste Zufuhr aufweisen (8).

Magnesiummangel: 3 effektive Ansätze zur Behandlung und Abwendung eines Mangels an Magnesium

Es ist möglich, einem  Magnesiummangel mit bestimmten Maßnahmen vorzubeugen, damit es gar nicht erst dazu kommt. Falls jedoch schon ein Mangel an Magnesium vorliegt, geben wir dir hiermit Möglichkeiten an die Hand, diesen selbstständig zu behandeln.

Diese effektiven Hilfestellungen werden dir in den folgenden Absätzen genauer erklärt.

Präparate und Nahrungsergänzungsmittel

Um einen Magnesiummangel auszugleichen, kann Magnesium oral oder parenteral zugeführt werden.

Es gibt unterschiedliche Methoden der Einnahme.

Oral bedeutet die Einnahme des Nährstoffs durch den Mund, parenterale Zufuhr heißt es wird ein zentralvenöser Zugang gelegt, über welchen die Nährstoffaufnahme erfolgt. Die Entscheidung darüber, welche Art der Verabreichung von Magnesium die richtige Wahl ist, wird entsprechend je nach Schwere des Mangels gefällt (3).

Allgemein ist ein Magnesiummangel mit oraler Substitution erfolgreich behandelbar. Hier liegt die empfohlene Tagesmenge bei 10 – 20 mmol (240 – 480 mg) Magnesium pro Tag. Die Therapie sollte mindestens über vier bis sechs Wochen ablaufen.

Fünf gelbe Präparate in Hand

Einem Magnesiummangel kann man durch die gezielte Supplementierung von Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken. (Bildquelle: unsplash / Sharon McCutcheon)

Nebenwirkungen einer oralen Magnesiumsubstitution sind auch bei einer hohen Dosierung keine zu erwarten (2). Überschüssiges Magnesium wird einfach und schnell über die Niere ausgeschieden (12).

Falls jedoch eine schnelle Therapie notwendig ist, ist die parenterale Zufuhr der optimalere Weg. Diese ist jedoch nur unter genauster Überwachung des Patienten möglich, damit kritische Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können.

Die Folgen einer raschen Überdosierung bei einer parenteralen Gabe (keine Sorge, erst ab mindestens > 5 mmol/L) können die Lähmung der Muskulatur, Schweißausbrüche, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen, Bewusstseinstrübung und sogar Herzstillstand sein (2). Für letzteres muss die Magnesiumkonzentration im Plasma jedoch bei mindestens >16,6 mmol/L liegen (12).

Ernährung umstellen: Lebensmittel mit hohem Gehalt an Magnesium

Der natürlichste Ansatz, um einem Magnesiummangel entweder zu umgehen, oder diesen sogar zu beheben, ist die Umstellung der Ernährung und Nahrungsmittel. Eine ausgewogene und magnesiumreiche Ernährung ist immer einer Einzelsupplementation zu bevorzugen.

(Vollkorn)getreide

Vor allem Vollkorngetreide gilt als sehr magnesiumreich. Von Roggen, Weizen, bis hin zu Pseudogetreide wie Hirse und Buchweizen. Auch Vollkornbrote, Haferflocken und Naturreis enthalten einen hohen Anteil an Magnesium (12).

Obst

Beerenobst (wie Himbeeren und Brombeeren), Orangen, Zitronen und Bananen zählen zu den Obstsorten mit dem größten Magnesiumgehalt (12).

Obst auf Tisch

Viele Obstsorten haben einen hohen Magnesiumgehalt. (Bildquelle: unsplash / Julia Zolotova)

Insbesondere Zitrus-Früchte und Bananen haben einen hohen Gehalt an Magnesium.

Weitere Lebensmittel

Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten, sind Hülsenfrüchte (zum Beispiel Sojabohnen, weiße Bohnen, Kichererbsen, Erbsen), Avocado, Kartoffel, Gemüse wie roher Spinat und Fenchel, Milchprodukte, Hackfleisch, Geflügel, Fisch (zum Beispiel Seezunge und Steinbutt). Mit 379 bis 420 mg Magnesium pro 100g sind Sonnenblumenkerne und Sesamsamen ein wahrer Magnesiumlieferant.

Wenn man eine gute Ausrede braucht, um seinen Schokoladenkonsum zu erklären, ist der hohe Magnesiumgehalt auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Mit 140 mg Magnesium pro 100g ist Schokolade sehr magnesiumreich (12).

Fazit

Der Mangel an Magnesium kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Einerseits kann eine verminderte Aufnahme von Magnesium als Ursache betrachtet werden, andererseits können Krankheiten und besonders Medikamente die Magnesiumkonzentration im Körper stark beeinflussen. Symptome wie Muskelkrämpfe, Schlafstörungen und Herzrhythmusstörungen sind die am häufigsten genannten Hinweise.

Diesen zu beheben ist durch eine ausgewogene und magnesiumreiche Ernährung möglich, bei schwereren Fällen ist eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel und Präparaten eine Option.

Welche für dich die richtige Lösung ist, solltest du allerdings unbedingt durch einen Arzt deines Vertrauens abklären lassen. Dieser wird die für dich passende Methode beziehungsweise Möglichkeit der Einnahme auswählen, um wieder zur optimalen Magnesiumkonzentration in deinem Körper zu finden.

Bildquelle: Es75/ 123rf

Einzelnachweise (17)

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2. Vierling, W., Liebscher, D.-H., Micke, O., von Ehrlich, B., & Kisters, K. (2013). Magnesiummangel und Magnesiumtherapie bei Herzrhythmusstörungen. DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift, 138(22), 1165–1171. https://doi.org/10.1055/s-0033-1343206
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4. Tong GM, Rude RK. Magnesium deficiency in critical illness. J Intensive Care Med 2005; 20: 3–17
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5. Spätling L, Classen HG, Külpmann WR et al. Diagnostik des Magnesiummangels. Aktuelle Empfehlungen der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e. V. MMW Fortschr Med 2000; 142: 49–50
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6. Gartside, P.S., Gluech, Ch. J.: The important role of modifiable dietary and behavorial characteristics in the causation and prevention of coronary heart disease hospitalization and mortality: The prospective NHANES |follow-up study. J. Amer. Coll. Nutr. 14 (1995),71-79
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7. Gottlieb, St. S., Baruch, L., Kukin, M. L., et al._ Prognostic importance of the serum magnesium concentration in patients with congestive heart failure. J. Amer. Coll. Cardiol. 16 (1990),827-831
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8. dge.de: Magnesium.
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9. Heppner, H.J. Wadenkrämpfe — ist ein Magnesium-Mangel schuld?. MMW - Fortschritte der Medizin 162, 22–26 (2020). https://doi.org/10.1007/s15006-020-0323-0
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10. flexikon.doccheck.com: Kontraktilität
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11. Buhl, C., Nowacki, P. E., Heinz, N., Beuther, G., Golf, S., Graef, V., Münch, J., & Roka, L. (1988). Biochemical reactions of rowers after exhaustive sport-specific tests with special consideration of protection of muscle cells (Biochemische Reaktionen von Ruderern nach erschöpfender sportartspezifischer Ausbelastung unter Berücksichtigung der Schutzwirkung von Magnesium auf die Muskelzelle). Rudern (Springer Verlag), 1988, 244–248.
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12. Saur, P. (o. J.). Magnesiumbedarf bei Sportlern. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin.
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13. Bohl CH, Volpe SL: Magnesium and Exercise. Crit Rev Food Sci Nutr 2002; 42: 533–563
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14. Rayssiguier Y, Guezennec CY, Durlach J: New experimental and clinical data on the relationship between magnesium and sport. Magnes Res 1990; 3: 93–102
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15. Saur P: Magnesium – Evaluation und Bedeutung des Magnesiumstatus. Shaker-Verlag, Aachen, 2001
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16. lebensmittellexikon.de: Magnesium
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17. academyofsports.de: Magnesium
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Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Studie
Zipes DP, Camm AJ, Borggrefe M et al. ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for Management of Patients With Ventricular Arrhythmias and the Prevention of Sudden Cardiac Death: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force and the European Society of Cardiology Committee for Practice Guidelines (Writing Committee to Develop Guidelines for Management of Patients With Ventricular Arrhythmias and the Prevention of Sudden Cardiac Death). J Am Coll Cardiol 2006; 48: e247–346
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Wissenschaftlicher Artikel
Vierling, W., Liebscher, D.-H., Micke, O., von Ehrlich, B., & Kisters, K. (2013). Magnesiummangel und Magnesiumtherapie bei Herzrhythmusstörungen. DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift, 138(22), 1165–1171. https://doi.org/10.1055/s-0033-1343206
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